Schiff versenkt im schwarzen meer

Schiff versenkt – Der Krieg erreicht Bulgariens Wirtschaftszone

Ein Handelsschiff ist gesunken, ein zweites wurde schwer beschädigt. Der Vorfall ereignete sich nicht vor der Ukraine oder Russland, sondern rund 70 bis 80 Seemeilen vor Bulgarien, innerhalb der bulgarischen ausschließlichen Wirtschaftszone im Schwarzen Meer.

In den frühen Morgenstunden des 6. Oktober wurden die Handelsschiffe ALFA WATAN und ABLE schwer beschädigt. Bulgarische Medien berichten von Drohnenangriffen. Die unter der Flagge Togos fahrende ALFA WATAN sank nach dem Vorfall. Auch die unter Palau-Flagge fahrende ABLE wurde getroffen beziehungsweise beschädigt, an Bord brach Feuer aus. Ihre 18 Besatzungsmitglieder konnten von der bulgarischen Fähre DIOSCURIA aufgenommen und gerettet werden.

Der Vorfall ist brisant. Sollte sich bestätigen, dass die beiden Handelsschiffe tatsächlich gezielt mit Drohnen angegriffen wurden, hätte der Krieg im Schwarzen Meer eine neue Schwelle erreicht, militärische Angriffe auf die zivile Schifffahrt innerhalb der bulgarischen Wirtschaftszone. Dabei muss allerdings klar zwischen Wirtschaftszone und bulgarischem Staatsgebiet unterschieden werden. Die Schiffe befanden sich nicht in den bulgarischen Hoheitsgewässern und auch nicht unmittelbar vor der Küste. Trotzdem findet der Krieg damit in einem Seegebiet statt, in dem Bulgarien besondere wirtschaftliche Rechte und Zuständigkeiten besitzt.

Wer für den mutmaßlichen Angriff verantwortlich ist steht bislang nicht fest. Es gibt derzeit keine belastbare Bestätigung dafür, ob russische oder ukrainische Drohnen beteiligt waren. Jede eindeutige Schuldzuweisung wäre deshalb Spekulation. Genau diese Zurückhaltung ist wichtig, denn neben Berichten über Drohnenangriffe kursieren auch abweichende Angaben zum Hergang. Die bulgarischen Behörden untersuchen den Vorfall, Ministerpräsident Rumen Radev berief Vertreter mehrerer Ministerien und Sicherheitsbehörden zu Beratungen ein.

Besonders beunruhigend ist der zeitliche Zusammenhang mit einem weiteren schweren Zwischenfall. Erst am Vortag sank das Frachtschiff ROYAD MAMMADOV in der rumänischen Wirtschaftszone. Zwei Menschen kamen dabei ums Leben. Nun ist innerhalb kürzester Zeit ein weiteres Handelsschiff im westlichen Schwarzen Meer gesunken, diesmal in der bulgarischen Wirtschaftszone. Ob beide Ereignisse miteinander zusammenhängen ist bislang ungeklärt.

Was bleibt ist ein deutliches Warnsignal, der Krieg im Schwarzen Meer beschränkt sich längst nicht mehr auf die unmittelbaren Gewässer vor Russland und der Ukraine. Jetzt ist auch die zivile Schifffahrt in der bulgarischen Wirtschaftszone unmittelbar betroffen. Ein Schiff liegt auf dem Meeresgrund, ein zweites wurde schwer beschädigt und die entscheidende Frage ist noch unbeantwortet, wer hat angegriffen?

Stand: 6. Oktober 2026. Ursache und Urheberschaft des Vorfalls werden weiterhin untersucht.

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