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Chatgpt image 5. juli 2026, 10 42 25

Die große Verblödung – Willkommen im globalen Irrenhaus

Ich frage mich inzwischen ernsthaft, ob die Menschheit noch zu retten ist oder ob wir den Zeitpunkt längst überschritten haben und jetzt nur noch die Endabrechnung einer jahrzehntelang ignorierten geistigen Insolvenz erleben. Es muss irgendwann etwas passiert sein. Vielleicht im Trinkwasser, vielleicht in den sozialen Medien oder vielleicht genau in dem Moment, als man beschlossen hat, dass jede Meinung automatisch genauso wertvoll ist wie jedes Wissen. Das war vermutlich der Augenblick in dem der gesunde Menschenverstand leise seine Sachen packte, sich noch einmal umdrehte, den Kopf schüttelte und den Planeten verließ.

Seitdem beobachten wir etwas, dass früher als Satire gegolten hätte und heute Nachrichten heißt. Überall laufen Menschen herum, die sich mit der Überzeugung eines Nobelpreisträgers äußern und gleichzeitig die intellektuelle Tragfähigkeit eines nassen Pappkartons besitzen. Das Beeindruckende ist nicht ihre Ahnungslosigkeit, die gab es schon immer, beeindruckend ist die Selbstsicherheit. Je weniger jemand weiß, desto fester scheint er davon überzeugt zu sein, dass ausgerechnet er die Welt retten muss. Früher war Unwissen peinlich, heute ist es ein Karrierevorteil.

Die Menschheit hat das gesamte Wissen ihrer Geschichte in die Hosentasche gesteckt und benutzt es hauptsächlich um Fremde zu beleidigen, Gerüchte zu verbreiten und sich gegenseitig zu erklären wer der größere Feind der Menschheit ist. Das muss man erst einmal schaffen. Jahrtausende voller Philosophen, Forscher, Ingenieure und Denker und am Ende gewinnt derjenige die größte Aufmerksamkeit, der am lautesten in sein Telefon brüllt. Hätte Aristoteles das erlebt, hätte er wahrscheinlich freiwillig den Stecker gezogen.

Und überall dieselbe Krankheit, jeder ist Experte. Der Mann der seinen Router nicht anschließen kann, erklärt die Weltwirtschaft. Die Frau die beim Parkautomaten scheitert, löst den Nahostkonflikt in drei Sätzen. Der Typ dessen größte berufliche Leistung darin besteht zweimal täglich sein Passwort richtig einzugeben, weiß selbstverständlich wie ein Staat, eine Gesellschaft und die gesamte Menschheit funktionieren müssten. Es ist faszinierend, noch nie wurde so viel Unsinn mit einer solchen Überzeugung vorgetragen.

Die Politik reagiert darauf wie sie immer reagiert, mit Arbeitskreisen, Gipfeln, Dialogformaten und Pressekonferenzen, in denen in möglichst vielen Worten erklärt wird warum niemand etwas dafür kann. Verantwortung ist inzwischen ein Wanderpokal. Keiner will ihn behalten, dafür gibt es reichlich Betroffenheit. Betroffenheit ist der Sekundenkleber der modernen Politik. Sie hält zwar nichts zusammen, sieht aber auf Pressefotos hervorragend aus.

Und während alle ununterbrochen von Vielfalt reden, wird gleichzeitig jeder aussortiert der den Mut besitzt, einen eigenen Gedanken bis zum Ende zu denken. Das ist die große Ironie unserer Zeit. Noch nie wurde so laut Individualität gefordert und gleichzeitig so energisch Konformität eingefordert. Wer aus der Reihe tanzt wird nicht widerlegt, sondern etikettiert. Denken ist gefährlich geworden, nachsprechen dagegen gilt als Haltung.

Vielleicht ist das alles aber gar kein Zufall. Vielleicht hat die Evolution einfach beschlossen einen Feldversuch zu starten. Wie lange funktioniert eine Zivilisation, wenn man den Menschen unbegrenzten Zugang zu Informationen gibt, ihnen aber die Lust nimmt, sie zu verstehen? Die Antwort sehen wir jeden Tag. Die Lautesten führen, die Oberflächlichsten erklären. Die Empörtesten urteilen und die Vernünftigen überlegen inzwischen ernsthaft, ob sie nicht lieber den Wetterbericht lesen sollten, dort ist die Wahrscheinlichkeit größer auf Realität zu treffen.

Das Tragische ist nur, Satire hatte einmal die Aufgabe die Wirklichkeit zu übertreiben. Heute sitzt sie ratlos in der letzten Reihe, macht sich Notizen und fragt sich, ob sie überhaupt noch gebraucht wird. Denn wie überzeichnet man eine Welt die sich selbst täglich mühelos übertrifft?

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