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Eurovision 2027 in Burgas – Der Run auf die Hotelbetten hat begonnen

Kaum steht fest, dass der Eurovision Song Contest 2027 nach Burgas kommt, beginnt bereits das Geschäft mit den Übernachtungen. Frühbucher können sich freuen, während andere bei den ersten aufgerufenen Preisen vermutlich zweimal hinschauen müssen.

Es hat nur wenige Stunden gedauert. Nach der offiziellen Entscheidung für Burgas zeigte sich auf den großen Buchungsplattformen bereits ein erstaunliches Bild. Das bulgarische Nachrichtenportal Flagman überprüfte Booking.com für den Zeitraum 11. bis 16. Mai 2027 und berichtete, dass dort rund 98 Prozent der erfassten Übernachtungsmöglichkeiten nicht verfügbar waren.

Das klingt zunächst so, als wäre Burgas praktisch schon ausgebucht. Ganz so einfach ist es allerdings nicht. „Nicht verfügbar“ bedeutet nicht automatisch „bereits von Eurovision-Fans gebucht“. Hotels können Kontingente zurückhalten, Zimmer für Veranstalter oder Reiseunternehmen blockieren oder ihre Preise für Mai 2027 noch gar nicht festgelegt haben.

Trotzdem dürfte ein Teil der Zimmer tatsächlich längst reserviert sein. In der Eurovision-Szene gab es schon vor der Entscheidung Empfehlungen, stornierbare Unterkünfte vorsorglich sowohl in Sofia als auch in Burgas zu buchen und nach Bekanntgabe der Gastgeberstadt die nicht benötigte Reservierung wieder abzusagen.

Die echten ESC-Frühzünder sitzen jetzt vermutlich ziemlich entspannt zu Hause. Wer vor Wochen ein gutes Zimmer in Burgas zu einem normalen Mai-Preis reserviert hat, dürfte heute einiges richtig gemacht haben.

Wenn aus einem Hotelzimmer plötzlich Luxus wird

Weniger erfreulich sind einige Preise, die bereits unmittelbar nach der Bekanntgabe auftauchten. Bulgarische Medien berichteten von Angeboten im Bereich von vielen Tausend Euro für wenige Nächte.

Natürlich sind solche Extrempreise nicht repräsentativ für die Hotellerie in Burgas. Wegen einiger absurder Angebote sollte man keinesfalls sämtliche Hotels und privaten Vermieter als Abzocker darstellen.

Aber Großveranstaltungen ziehen nun einmal auch Menschen an die ausprobieren was der Markt hergibt. Und wenn ein normales Apartment plötzlich so viel kosten soll wie ein brauchbarer Gebrauchtwagen, darf man durchaus fragen ob hier noch ein vernünftiges Verhältnis besteht.

Geld mit Eurovision zu verdienen ist völlig legitim. Abzocke ist etwas anderes.

Auch Booking.com sollte man richtig lesen

Bei Booking.com und anderen Plattformen kommt ein weiteres Problem hinzu. Wenn dort steht, dass fast alle Unterkünfte für den gewünschten Zeitraum nicht verfügbar sind, entsteht beim Nutzer schnell das Gefühl: Jetzt sofort buchen, sonst bekomme ich überhaupt nichts mehr.

Der Kunde kann aber meist nicht erkennen, warum ein Hotel nicht angeboten wird. Tatsächlich ausgebucht? Zimmer noch nicht freigeschaltet? Kontingent blockiert? Oder wartet der Anbieter erst einmal die weitere Preisentwicklung ab?

Deshalb sollte man sich von solchen Anzeigen nicht zu einer überstürzten und überteuerten Buchung treiben lassen. Booking.com legt dabei nicht einfach selbst sämtliche Hotelpreise fest – Anbieter, Nachfrage und Verfügbarkeit spielen die entscheidende Rolle. Trotzdem können Hinweise auf knappe Verfügbarkeit zusätzlichen Buchungsdruck erzeugen.

Burgas ist größer als Booking.com

Wer 2027 zum Eurovision Song Contest kommen möchte, sollte außerdem nicht vergessen, dass rund um Burgas eine der größten Ferienregionen Bulgariens liegt.

Sarafovo, Pomorie, Chernomorets, Sozopol, Nessebar und die Feriengebiete rund um Sonnenstrand bieten enorme zusätzliche Übernachtungskapazitäten. Mitte Mai herrscht an der Schwarzmeerküste normalerweise noch keine Hochsaison.

Es dürfte deshalb weniger darum gehen, überhaupt irgendwo ein Bett zu finden, sondern darum eine vernünftige Unterkunft zu einem vernünftigen Preis mit einer brauchbaren Verbindung nach Burgas zu bekommen.

Große Chance – aber auch eine Visitenkarte für Burgas

Eurovision kann für Burgas wirtschaftlich ein großer Gewinn werden. Hotels, Restaurants, Geschäfte, Taxifahrer und zahlreiche Dienstleister können von Tausenden zusätzlichen Gästen profitieren und das ausgerechnet in einer Zeit in der die eigentliche Sommersaison noch gar nicht begonnen hat.

Aber der ESC ist gleichzeitig eine internationale Visitenkarte.

Besucher sollen später erzählen: „Burgas war großartig.“ Weniger hilfreich wäre: „Tolle Veranstaltung, aber bei den Unterkünften wurde versucht uns auszunehmen.“

Aber eines zeigt sich bereits jetzt: Eurovision 2027 ist noch lange nicht in Burgas angekommen, das Geschäft damit hat allerdings schon begonnen. Genau solche Entwicklungen werde ich auf dem Weg zum Mai 2027 weiter beobachten.

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