Wochenrückblick KW 48 2025
In dieser Woche konnte man wieder gut sehen, wie sehr sich die Welt an den Ausnahmezustand gewöhnt hat. In der Ukraine wird weiter von Reformen und westlichen Werten geredet, während im Hintergrund der Machtapparat im Dreck steckt. Korruption mitten im Krieg, dubiose Deals im Energiesektor, Geld das verschwindet, während die Bevölkerung mit Stromausfällen und Alltagssorgen kämpft. Offiziell geht es um Freiheit und Demokratie, praktisch um Netzwerke, die sich an einem Dauerkrieg bedienen.
Im Nahen Osten geht das doppelte Spiel genauso weiter. Auf dem Papier gibt es Waffenruhen und große Pläne für Stabilität, in der Realität wird bombardiert, sterben Menschen, wachsen die Trümmerfelder. Regierungen reden von Sicherheit und Verhältnismäßigkeit, als ginge es um eine technische Kennzahl, nicht um Familien, die ihr Leben verlieren. Die Sprache bleibt sauber und glatt, die Realität ist es nicht.
In der digitalen Welt zeigt sich dasselbe Muster. Kritische Infrastruktur erweist sich als löchriger als jede Plastiktüte. Warnsysteme werden von Ransomware attackiert, große Firmen und Dienstleister melden Datenlecks, Konten werden übernommen, persönliche Informationen landen in dunklen Ecken des Netzes. Nach außen versprechen alle maximale Sicherheit, im Hintergrund ist Sicherheit ein Marketingwort und kein Zustand. Wer betroffen ist, bekommt im besten Fall eine standardisierte Entschuldigung und darf dann selbst sehen, wie er mit den Folgen klarkommt.
Europa wirkt in dieser Woche wie ein Kontinent im Halbschlaf. Die wirtschaftliche Stimmung kippt weiter nach unten, die Politik reagiert mit Ankündigungen und Kompromissen, die niemanden wirklich überzeugen. An den Außengrenzen wird gleichzeitig an Regeln und Quoten geschraubt, während Menschen, die anklopfen, vor allem als Problemgröße in Statistiken vorkommen. Nach innen redet man sich ein, alles sei unter Kontrolle, nach außen wird das Bild der stabilen Wertegemeinschaft gepflegt, die in Wahrheit längst mit sich selbst beschäftigt ist.
Dieser Wochenrückblick lässt sich in einem Satz zusammenfassen. Überall reden die Verantwortlichen von Ordnung, Sicherheit und Moral, doch hinter der Fassade sieht man Korruption, Zynismus und eine fatale Gewöhnung an den Ausnahmezustand. Wer sich das noch bewusst macht, merkt schnell, dass das eigentliche Problem nicht die einzelnen Skandale sind, sondern wie normal sie inzwischen geworden sind.
