Ein stiller Dank an das, was geblieben ist
Es gibt Tage, an denen man nicht nach vorne schauen muss, um etwas zu spüren. Der letzte Tag des Jahres gehört für mich dazu, nicht weil er laut wäre oder besonders, sondern weil er einen Moment erlaubt der sonst selten wird. Einen Moment, in dem man nicht plant, nicht bewertet, nicht optimiert. Man schaut einfach hin und manchmal merkt man dann, dass etwas Entscheidendes geblieben ist.
Nicht alles war leicht in diesem Jahr, das wäre gelogen. Aber das ist auch nicht der Punkt, denn zwischen all dem was gefehlt, genervt oder erschöpft hat, gab es Dinge die nicht verschwunden sind. Menschen die geblieben sind, Gedanken die getragen haben. Ein Humor, der sich nicht vertreiben ließ, vielleicht auch die Gesundheit, oder vielleicht nur genug Kraft für den nächsten Schritt. Oft übersieht man genau das, weil es nicht schreit, es funktioniert einfach weiter.
Was geblieben ist, wirkt unspektakulär und genau darin liegt seine Bedeutung. Ein Gespräch, das gutgetan hat, ein Mensch, der da war als er gebraucht wurde. Eine Gewohnheit, die Halt gegeben hat, oder ein innerer Punkt an dem man gemerkt hat, dass man sich selbst nicht verloren hat. Solche Dinge tauchen in keinem Jahresrückblick auf und doch sind sie das Fundament, auf dem alles andere steht.
Vielleicht ist das eigentliche Geschenk eines Jahres nicht das Neue, sondern das, was standgehalten hat. Das, was nicht zerbrochen ist, das, was sich bewährt hat, gerade dann, wenn es schwierig wurde. Wenn man ehrlich ist, sind es oft genau diese stillen Konstanten die uns durchtragen ohne dafür Applaus zu verlangen.
Heute muss nichts beschlossen werden, heute darf man einfach anerkennen, was gut war. Nicht im großen Maßstab, nicht für die Außenwirkung, sondern ganz persönlich, vielleicht sogar nur für sich selbst, denn Dankbarkeit muss nicht laut sein um echt zu sein.
Wenn du magst, nimm dir einen kurzen Moment und frag dich, was in deinem Jahr geblieben ist. Etwas Gutes, etwas Tragendes, etwas, das dich begleitet hat und wenn du es teilen möchtest, schreib es gern in die Kommentare. Nicht als Bilanz, sondern als leises Zeichen dafür, dass es auch in diesem Jahr Dinge gab, die gezählt haben.
Ich wünsche dir einen ruhigen Jahresausklang und dass du mitnehmen kannst, was dich getragen hat.
