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Doppelmoral

Die Doppelmoral des Westens stinkt bis zum Himmel

Putin wird zu Recht als Mörder und Kriegsverbrecher gebrandmarkt, doch wenn andere Staaten Städte, Schulen, Synagogen und die zivile Infrastruktur zerbomben wird plötzlich relativiert, beschwichtigt oder geschwiegen. Genau diese verlogene Moral ist das eigentliche Gift unserer Zeit.

Es reicht mit dieser widerlichen Doppelmoral, mit diesem selektiven Entsetzen und mit dem billigen Schauspiel einer politischen und medialen Klasse, die jede Bombe nach Lagerzugehörigkeit bewertet. Wenn Putin mordet, und er mordet, ist das Geschrei groß. Dann werden Sanktionen gefeiert, Empörung inszeniert und moralische Predigten gehalten, als hätte der Westen die Menschlichkeit gepachtet. Dann wissen plötzlich auch die Facebookprofessoren, die Besserwisser und die Tastaturrambos ganz genau was Recht, Würde und Zivilisation bedeuten sollen.

Nur verschwindet diese Klarheit erstaunlich schnell sobald die Täter auf der vermeintlich richtigen Seite stehen. Seit dem offenen Krieg zwischen den USA, Israel und Iran häufen sich Angriffe auf Zivilisten, Schulen, Wohngebiete und lebenswichtige Infrastruktur. Menschenrechtsorganisationen sprechen von möglichen Kriegsverbrechen mehrerer Seiten. Eine Synagoge in Israel wird getroffen, Zivilisten sterben. Eine Schule im Iran wird zerbombt, Kinder kommen ums Leben. Tote sind auf einmal nicht mehr einfach Tote, sondern politisch sortiertes Material für die jeweilige Erzählung, genau dort beginnt die Verkommenheit.

Auf dem Papier gilt das Völkerrecht für alle, in der politischen Realität gilt es für viele offenbar nur dann, wenn der Feind auf der Anklagebank sitzt. Wird eine israelische Synagoge getroffen ist die moralische Sprache sofort da, wird eine iranische Schule getroffen wird herumgeeiert, relativiert und in geopolitischen Ausreden gebadet. Aus einem klaren Maßstab wird plötzlich ein biegsames Werkzeug. Das ist keine Differenzierung, das ist Feigheit im Anzug.

Und dann Donald Trump, der Mann droht offen damit, noch mehr wegzubomben wenn ihm etwas nicht passt. Brücken, Kraftwerke, Infrastruktur, alles scheint in seiner Sprache nur noch Zielmaterial zu sein. Wo bleibt da der große moralische Aufschrei, wo bleiben die hysterischen Empörungswellen, die Dauerkommentare, die großen Mahnungen über Barbarei und Menschenrecht. Nichts davon kommt mit derselben Wucht. Warum, weil es nie nur um Moral ging, es ging immer auch um Macht, Lager und politische Bequemlichkeit.

Genau das macht diesen ganzen Betrieb so abstoßend. Russische Verbrechen werden personalisiert, ausgeschlachtet und mit moralischer Härte überzogen. Andere Verbrechen werden in sterile Formulierungen gepackt, bis sie fast wie bedauerliche Betriebsunfälle der Weltpolitik wirken. Bei den einen ist jede Rakete ein Beweis absoluter Bosheit. Bei den anderen wird erst einmal der Kontext poliert, bis am Ende kaum noch einer wagt das Kind beim Namen zu nennen. Wer so arbeitet hat mit Moral nichts zu tun, er betreibt politisch gefilterte Empörung.

Noch absurder wird das Ganze beim Blick auf die Ukraine. Dort fließen Waffen, Geld und Solidaritätsbekundungen ohne Ende. Wer das begründen will, kann das tun, aber dann soll er wenigstens ehrlich sein und aufhören von universellen Werten zu reden, wenn dieselben Werte an anderer Stelle plötzlich nur noch in homöopathischer Dosis verabreicht werden. Man kann Putins Krieg verurteilen und trotzdem die westliche Doppelmoral anklagen. Man muss es sogar, wenn man noch irgendeinen Rest an intellektueller Redlichkeit besitzt.

Besonders unerquicklich ist dabei das digitale Begleitpersonal dieses Elends. Diese Facebookprofessoren, die nach zwei Schlagzeilen so auftreten als säßen sie gleichzeitig im Sicherheitsrat, im Völkerrechtsinstitut und im Generalstab. Diese Tastaturrambos, die sich mit der Überheblichkeit schlecht informierter Stammtische durch Kommentarspalten prügeln und jede abweichende Stimme sofort moralisch aburteilen. Bei Russland kennen sie nur Schwarz, bei Israel und den USA entdecken sie plötzlich Grautöne und bei iranischen Opfern wird geschluckt, gezuckt und erklärt. Das ist keine Haltung, das ist Rückgrat auf Abruf.

Sie nennen das Moral, in Wahrheit ist es Rudeldenken mit WLAN. Sie nennen das Haltung, in Wahrheit ist es die Erlaubnis, die Verbrechen der eigenen Seite in schöne Worte zu wickeln. Sie nennen das Differenzierung, in Wahrheit ist es der Trick klare Brutalität so lange sprachlich zu verdünnen, bis sie nicht mehr nach Brutalität klingt. Wer bei russischen Raketen moralisch explodiert, bei amerikanischen oder israelischen Bomben aber erst einmal die geopolitische Wetterlage prüft ist nicht differenziert, sondern verlogen.

Das Völkerrecht ist kein Buffet. Eine zerstörte Synagoge ist ein Skandal, eine zerstörte Schule ist ein Skandal und tote israelische Jugendliche sind nicht wertvoller als tote iranische Kinder. Ein Kriegsverbrechen wird nicht kleiner, weil es von einem Verbündeten begangen wird. Eine Drohung, zivile Infrastruktur zu vernichten wird nicht zivilisierter, weil sie aus Washington kommt. Wer das nicht klar aussprechen will, soll bitte aufhören sich als moralische Instanz aufzuspielen.

Vielleicht ist genau das die bitterste Erkenntnis. Wir leben nicht in einer Welt gleicher Maßstäbe, sondern in einer Welt politisch sortierter Empörung. Der eine Mörder wird geächtet, der andere erklärt. Der eine Schlächter wird sanktioniert, der andere gedeckt. Der eine Krieg wird zum absoluten Symbol des Bösen erklärt, der andere als schwierige Lage verwaltet und der Rest der Welt schaut zu, wägt Interessen ab und nennt diese Schande dann Diplomatie.

Nein, ich kaufe dieses Schauspiel nicht mehr. Wer schweigt, relativiert oder mit zweierlei Maß misst macht sich nicht neutral, er trägt dazu bei, dass der Begriff Gerechtigkeit endgültig verrottet. Denn jedes selektive Schweigen sagt den Opfern am Ende dasselbe, euer Tod zählt nur dann voll wenn der richtige Feind ihn verursacht hat.

Das ist die Wahrheit, hässlich, nackt und kaum noch zu ertragen. Nicht nur Kriege verwüsten diese Welt, verwüstet wird sie auch von denen, die aus Recht ein Lagerwerkzeug gemacht haben, aus Empörung eine politische Gewohnheit und aus Menschlichkeit eine Frage der passenden Flagge.

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