Drohnenkrieg in der Ukraine – Die unsichtbare Umweltgefahr
Millionen Drohnen verschwinden nicht einfach – der Krieg hinterlässt ein gigantisches unsichtbares Schlachtfeld
Seit rund 15 Jahren beschäftige ich mich intensiv mit Drohnen. Damals konnte man nicht einfach in den nächsten Elektronikmarkt gehen und eine erstaunlich leistungsfähige Kameradrohne aus dem Regal nehmen. Wer sich ernsthaft für Multicopter interessierte, baute selbst, probierte Motoren, Regler, Propeller und Flugsteuerungen aus, stürzte ab, reparierte und lernte dabei zwangsläufig eine Menge über die Technik. Auch ich begann mit selbstgebauten Drohnen und bin bis heute Hobbydrohnenflieger. Die Entwicklung dieser Technik habe ich seitdem akribisch verfolgt – von den ersten erstaunlich primitiven Multicoptern bis zu heutigen Systemen, die nahezu selbstständig navigieren und Bilder liefern, von denen wir vor 15 Jahren nur träumen konnten.
Vielleicht betrachte ich deshalb auch den Drohnenkrieg in der Ukraine etwas anders. Natürlich sehe ich die militärische Bedeutung dieser Fluggeräte. Mich fasziniert auch der technische Einfallsreichtum, mit dem innerhalb kürzester Zeit Lösungen gefunden, verbessert und wieder an neue Gegenmaßnahmen angepasst werden. Gleichzeitig beschäftigt mich aber eine Frage, über die erstaunlich wenig gesprochen wird: Was passiert eigentlich mit all diesen Drohnen, wenn sie ihren letzten Flug beendet haben?
Wir sprechen über zerstörte Städte, ausgebrannte Panzer, zerbombte Fabriken und verminte Felder. Diese Bilder kennen wir. Doch Millionen kleiner Fluggeräte starten über den Kampfgebieten, und sehr viele davon sind überhaupt nicht dafür vorgesehen, jemals zurückzukehren. Sie detonieren am Ziel, werden abgeschossen, stürzen durch technische Defekte ab oder bleiben irgendwo in Feldern, Wäldern und Ruinen liegen. Dort verschwinden sie nicht. Zurück bleiben Elektromotoren, Kupfer, Magnete, Leiterplatten, Kunststoffe, Carbonverbundwerkstoffe und leistungsfähige Lithium-Akkus. Bei einer immer wichtiger werdenden Klasse von FPV-Drohnen kommt inzwischen etwas hinzu, das diesen Krieg möglicherweise noch Jahrzehnte nach seinem Ende sichtbar machen wird: kilometerlange Glasfaser.
Wir erleben damit nicht nur den ersten Krieg der Geschichte, in dem kleine Drohnen zu einem massenhaft eingesetzten Verbrauchsgut geworden sind. Wir erleben möglicherweise gleichzeitig die Entstehung einer völlig neuen Form militärischer Altlast.
Von der Hobbywerkstatt zur Massenwaffe
Wer sich schon länger mit FPV-Drohnen beschäftigt, erkennt in vielen militärischen Systemen erstaunlich viel wieder. Das Grundprinzip ist keineswegs geheimnisvolle Hochtechnologie. Ein leichter Rahmen, mehrere bürstenlose Elektromotoren, elektronische Drehzahlregler, Flight Controller, Kamera, Funktechnik und ein leistungsfähiger LiPo-Akku – vieles davon stammt unmittelbar aus einer technischen Welt, mit der Modellbauer und FPV-Piloten schon lange experimentieren.
FPV bedeutet „First Person View“. Der Pilot sieht über die Kamera gewissermaßen mit den Augen seiner Drohne. Was für Hobbyflieger ursprünglich den Reiz ausmachte, mit hoher Geschwindigkeit durch Tore, zwischen Bäumen oder durch verlassene Gebäude zu fliegen, erwies sich militärisch als außerordentlich wirkungsvoll. Ein erfahrener Pilot kann ein relativ kleines und vergleichsweise preiswertes Fluggerät sehr präzise steuern.
Ich halte es deshalb keineswegs für Zufall, dass die Entwicklung dieser Systeme zunächst stark von Menschen geprägt wurde, die aus der Modellbau-, Elektronik- und FPV-Szene kamen. Genau diese Leute wussten bereits, wie man aus preiswerten Komponenten leistungsfähige Fluggeräte baut, wie man Gewicht spart, Reichweite erhöht, Kameras und Sender optimiert und nach einem Absturz innerhalb weniger Stunden wieder etwas Flugfähiges auf die Werkbank stellt. Der Krieg hat dieses Wissen anschließend in eine industrielle Entwicklung katapultiert.
Die Stückzahlen zeigen, wohin das geführt hat. Das ukrainische Verteidigungsministerium plante allein für 2025 die Beschaffung von rund 4,5 Millionen FPV-Drohnen. Anfang 2026 erklärte der ukrainische Sicherheits- und Verteidigungsrat, die heimische Industrie verfüge inzwischen über Produktionskapazitäten von mehr als acht Millionen FPV-Drohnen pro Jahr. Auch Russland produziert und verwendet Drohnen in enormen Stückzahlen. Selbstverständlich bedeutet Produktionskapazität nicht, dass jede einzelne dieser Drohnen tatsächlich gebaut, eingesetzt und anschließend verloren wird. Trotzdem sprechen wir inzwischen über Größenordnungen, bei denen die Drohne nicht mehr nur als Fluggerät betrachtet werden kann. Sie ist zum Verbrauchsmaterial des modernen Krieges geworden.
Dann kamen die Störsender – und eine verblüffend einfache Antwort
Eine klassische FPV-Drohne besitzt eine entscheidende Schwachstelle: Sie benötigt eine Funkverbindung. Über Funk erhält sie ihre Steuerbefehle, und über eine Funkstrecke bekommt der Pilot sein Kamerabild. Also begann man, genau diese Verbindung massiv zu stören. Elektronische Kampfführung wurde zu einem wichtigen Bestandteil der Drohnenabwehr. Stört man die verwendeten Frequenzen ausreichend stark, kann der Pilot Bild oder Kontrolle verlieren.
Die Antwort darauf ist technisch geradezu genial: Man verzichtet auf die entscheidende Funkverbindung und ersetzt sie durch ein Kabel.
Was zunächst vollkommen verrückt klingt, funktioniert erstaunlich gut. Auf der Drohne befindet sich eine Spule mit extrem dünner Glasfaser. Während sie fliegt, wickelt sich diese Faser kontinuierlich ab. Steuerinformationen und Videodaten laufen über die optische Verbindung zwischen Pilot und Drohne. Ein klassischer Funkstörsender kann eine solche Datenleitung nicht einfach mit einem stärkeren Funksignal überlagern.
Der wirklich clevere Teil dieser Konstruktion ist jedoch nicht einmal die Glasfaser selbst, sondern die Position ihrer Spule. Sie sitzt auf der Drohne. Das Fluggerät muss deshalb nicht zehn oder zwanzig Kilometer Kabel durch die Landschaft hinter sich herziehen. Die Faser wird während des Fluges von der mitgeführten Spule abgewickelt und hinter der Drohne abgelegt. Sie kann über Gras fallen, auf Straßen liegen, sich über Büsche und Äste legen oder durch Ruinen verlaufen, während die Drohne weiterfliegt. Die bereits abgewickelten Kilometer müssen dabei nicht ständig nachgezogen werden.
Technisch betrachtet ist das eine ausgesprochen kluge Lösung. Als alter Drohnenbastler kann ich durchaus anerkennen, was für eine bemerkenswerte Ingenieursleistung darin steckt. Ein Problem taucht auf, jemand findet eine verblüffend einfache Lösung, die Gegenseite reagiert, die Technik wird weiterentwickelt. Genau so hat sich die zivile Drohnenszene jahrelang entwickelt – nur geschieht dieser Innovationszyklus im Krieg mit enormem finanziellen und militärischen Druck.
Doch genau an dieser Stelle beginnt ein Problem, das mit der Funktion der Drohne überhaupt nichts mehr zu tun hat.
Die perfekte Verbindung wird zum kilometerlangen Abfallprodukt
Eine Funkverbindung verschwindet in dem Moment, in dem der Sender abgeschaltet wird. Eine Glasfaserverbindung nicht. Nach einem Einsatz können zehn, zwanzig oder noch mehr Kilometer hauchdünner Leitung in der Landschaft zurückbleiben. Das wäre bei einigen hundert Einsätzen ein überschaubares Problem. Bei einer Technik, die in großen Stückzahlen eingesetzt wird, entsteht daraus etwas völlig anderes.
Die Faser liegt schließlich nicht sauber aufgewickelt neben einer Straße und wartet auf die Müllabfuhr. Sie hängt in Bäumen, liegt in Gebüschen und Gräben, verschwindet im Gras, verläuft über Felder und durch Ruinen. Fahrzeuge fahren darüber, landwirtschaftliche Maschinen können sie erfassen, Tiere kommen mit ihr in Kontakt, und mit der Zeit wird das Material durch mechanische Belastung und Verwitterung in immer kleinere Abschnitte zerlegt. Bilder aus Kampfgebieten zeigen bereits heute Vegetation und Straßenränder, die stellenweise aussehen, als hätte eine gigantische Spinne ihre Fäden über die Landschaft gezogen.
Hier sollte man allerdings sachlich bleiben. Niemand kann heute seriös sagen, welche langfristigen ökologischen Auswirkungen Millionen Kilometer solcher Fasern über Jahrzehnte tatsächlich haben werden. Dafür ist diese Art der massenhaften militärischen Verwendung schlicht zu neu. Sicher ist dagegen, dass das Material nicht nach dem Einsatz verschwindet und eine vollständige Bergung kaum vorstellbar ist. Ein kilometerlanger, teilweise kaum sichtbarer Faden, der durch Wald, Gestrüpp und zerstörte Ortschaften verläuft, lässt sich nach Jahren nicht einfach wieder aufrollen.
Und am Ende dieser Faser befindet sich häufig noch ein ganz anderes Umweltproblem: die Drohne selbst.
Ein fliegender Elektronikartikel wird zu Elektroschrott
Eine FPV-Drohne ist im Grunde ein hochgezüchtetes Stück Unterhaltungselektronik mit Propellern – im Krieg ergänzt um militärische Komponenten und gegebenenfalls Sprengstoff. In ihr befinden sich Kupferwicklungen, Magnete, Halbleiter, Leiterplatten, Kunststoffe und Verbundmaterialien. Vor allem aber befindet sich darin ein Akku.
Wer wie ich schon länger mit Drohnen und leistungsfähigen LiPo-Akkus zu tun hat, kennt deren unangenehme Seite. Diese kleinen Pakete können erstaunliche Ströme liefern. Genau das macht moderne FPV-Drohnen überhaupt erst möglich. Wird ein solcher Akku jedoch durch einen Absturz gequetscht, durchstoßen oder intern kurzgeschlossen, kann er sich stark erhitzen und in Brand geraten.
Auf einer Werkbank ist das bereits eine Situation, die niemand erleben möchte. In einem ausgetrockneten Grasland oder Wald bekommt sie eine andere Dimension. Ein beschädigter Akku muss keinen Waldbrand erzeugen – die allermeisten werden es nicht tun. Aber er kann ausreichend Hitze entwickeln, um trockenes Gras, Laub oder anderes brennbares Material zu entzünden. Bei sehr großen Stückzahlen steigt zwangsläufig auch die Zahl der Gelegenheiten, bei denen genau die falschen Umstände zusammentreffen.
Die akute Brandgefahr bleibt dabei nicht für Jahrzehnte unverändert. Ein jahrelang herumliegender und längst entladener Akku besitzt selbstverständlich nicht mehr dasselbe Gefahrenpotenzial wie ein frisch abgestürzter, noch geladener LiPo. Das Umweltproblem verschwindet dadurch allerdings nicht. Der beschädigte Akku wird nun schlicht zu Elektroschrott. Gehäuse werden beschädigt, Materialien verwittern, Elektronik korrodiert. Aus einer akuten Brandgefahr wird eine langfristige Altlast.
Wieder könnte man einwenden: Was ist schon eine kleine Drohne gegenüber einem zerstörten Panzer oder einer brennenden Raffinerie? Bei einem einzelnen Fluggerät stimmt dieser Einwand. Das Besondere an den Drohnen ist jedoch ihre Anzahl und Verteilung. Eine zerstörte Fabrik befindet sich an einem bekannten Ort. Man kann später Bodenproben nehmen, Schadstoffe messen und das Gelände sanieren. Hunderttausende oder Millionen kleiner Elektronikgeräte, die über riesige Flächen verteilt in Wäldern, Feldern, Ruinen und ehemaligen Schützengräben liegen, muss man zunächst einmal finden.
Viele davon wird vermutlich niemals jemand finden.
Nach dem Krieg beginnt ein zweiter Kampf
Die Drohnen sind dabei noch längst nicht die gefährlichsten Hinterlassenschaften. In ehemaligen Kampfgebieten liegen Minen, Artillerieblindgänger, Mörsergranaten, Raketenreste, Streumunition und möglicherweise improvisierte Sprengfallen. Auch eine abgestürzte Kampfdrohne selbst kann noch gefährlich sein, wenn ihre Munition nicht detoniert ist.
Die Größenordnung des Problems ist gewaltig. Die offizielle ukrainische Plattform für humanitäre Minenräumung weist derzeit rund 132.000 Quadratkilometer als potenziell durch explosive Kampfmittel gefährdete Fläche aus. Das ist eine Fläche, die größer ist als Bulgarien.
Das hat eine wichtige Konsequenz für alle anderen Umweltprobleme: Nach einem Krieg kann man nicht einfach Menschen mit Müllsäcken und Greifzangen durch die Landschaft schicken. Bevor jemand einen alten Drohnenmotor oder Akku aus einem Gebüsch holt, muss überhaupt sicher sein, dass er gefahrlos dorthin gelangen kann. Vielleicht liegt zehn Meter vor der Drohne eine Mine. Vielleicht steckt darunter ein Artillerieblindgänger. Vielleicht befindet sich an der scheinbar zerstörten Drohne noch ein nicht detonierter Sprengsatz.
Als Drohnenfan kann ich mir sogar vorstellen, welche eigentümliche Anziehungskraft solche Gebiete irgendwann auf Technikbegeisterte ausüben könnten. Motoren, Kameras, Antennen, Flight Controller, Carbonteile – ehemalige Schlachtfelder könnten auf den ersten Blick wie riesige Fundgruben für Bastler erscheinen. Vielleicht wird es irgendwann sogar einen Markt für geborgene Drohnenteile und militärische FPV-Wracks geben. Gerade deshalb muss man deutlich davor warnen. Das interessante Stück Elektronik liegt vielleicht sichtbar 50 Meter entfernt. Ob der Weg dorthin sicher ist, sieht man nicht.
Ein Krieg kann enden – sein Schlachtfeld noch lange nicht
Deutschland liefert dafür bis heute ein eindrucksvolles Beispiel. Mehr als 80 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs werden noch immer Blindgänger gefunden. Bauarbeiten werden gestoppt, Straßen gesperrt und Wohnviertel evakuiert, weil irgendwo eine Bombe im Boden liegt, die seit den 1940er-Jahren niemand gesehen hat. Und Deutschland hatte acht Jahrzehnte Frieden, enorme wirtschaftliche Ressourcen und hochentwickelte Behörden zur Verfügung.
In den ehemaligen Kampfgebieten der Ukraine – und ebenso in stark betroffenen russischen Grenzregionen – kommt zu klassischen Kampfmitteln nun der Abfall eines technologisch vollkommen anderen Krieges hinzu: Elektronik, Lithium-Akkus, Carbonverbundwerkstoffe, Kunststoffe, Drohnenwracks und kilometerlange Glasfaserleitungen.
Natürlich werden nach einem Ende der Kampfhandlungen wichtige Verkehrswege, Wohngebiete und landwirtschaftliche Flächen zuerst untersucht und geräumt. Menschen müssen wieder Häuser bauen, Straßen benutzen und Felder bestellen können. Aber was geschieht mit einem abgelegenen Waldstück, einem überwucherten ehemaligen Stellungssystem oder einem schwer zugänglichen Sumpfgebiet? Solche Flächen könnten jahrzehntelang problematisch bleiben.
Hinzu kommt die wirtschaftliche Realität. Unabhängig davon, wie dieser Krieg eines Tages endet, werden gewaltige Summen für Wohnungen, Stromnetze, Wasserversorgung, Krankenhäuser, Schulen, Straßen, Brücken und Industrie benötigt. Gleichzeitig müssen Minen und Blindgänger geräumt werden. Kampfmittelräumung benötigt nicht nur Geld, sondern speziell ausgebildete Menschen, Technik und vor allem Zeit. Selbst unbegrenzte Milliarden würden es nicht ermöglichen, hunderttausend Quadratkilometer Landschaft innerhalb weniger Jahre lückenlos abzusuchen.
Und Umweltschäden haben gegenüber einer Mine neben einer Straße ein zusätzliches Problem: Sie sind weniger unmittelbar sichtbar. Der Blindgänger muss weg, bevor dort gebaut werden kann. Ein verrottender Drohnenakku zwei Kilometer entfernt im Wald kann dagegen jahrelang liegen, ohne dass überhaupt jemand von seiner Existenz weiß.
Die Rechnung für eine technische Revolution kommt später
Gerade als jemand, der Drohnen seit ihren frühen Bastlerzeiten verfolgt, finde ich diese Entwicklung faszinierend und erschreckend zugleich. Innerhalb von vielleicht anderthalb Jahrzehnten wurde aus einer kleinen Szene experimentierfreudiger Modellbauer eine Technologie, die Kriegsführung grundlegend verändert hat. Viele technische Lösungen sind bemerkenswert clever. Die Glasfaserdrohne ist dafür ein hervorragendes Beispiel: Funkstörung wird zum Problem, also ersetzt man Funk durch eine optische Leitung. Einfach, konsequent und erstaunlich wirkungsvoll.
Aber jede technische Lösung besitzt eine materielle Seite. Eine Einwegdrohne verschwindet nicht, wenn ihr Kamerabild schwarz wird. Ihr Akku verschwindet nicht. Ihre Leiterplatte verschwindet nicht. Ihre Motoren verschwinden nicht. Und die kilometerlange Glasfaser, die sie auf ihrem Weg abgelegt hat, verschwindet ebenfalls nicht.
Vielleicht werden wir deshalb in einigen Jahrzehnten vollkommen anders auf diesen Krieg zurückblicken. Nicht nur als den Krieg, in dem Drohnen erstmals millionenfach das Schlachtfeld beherrschten, sondern auch als den Krieg, der erstmals millionenfach kleine fliegende Elektronikgeräte mitsamt ihren Akkus zu militärischem Verbrauchsmaterial machte.
Irgendwann wird der letzte Schuss dieses Krieges fallen. Soldaten werden Stellungen verlassen, Straßen werden repariert, Häuser wieder aufgebaut und Felder erneut bestellt. Auf Satellitenbildern werden ehemalige Frontgebiete irgendwann wieder grün aussehen.
Doch irgendwo unter diesem Grün wird eine Mine liegen. In einem anderen Waldstück steckt noch eine Granate im Boden. In einem Baum hängt Glasfaser. Im Unterholz korrodiert ein Lithium-Akku neben den Resten einer FPV-Drohne.
Vielleicht findet jemand das alles erst in 30 oder 50 Jahren.
Kriege können an einem bestimmten Tag enden.
Für die Landschaft gilt das nicht.
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