Raus aus dem Facebook-Sumpf
Ich habe es satt. Nicht ein bisschen satt, nicht vorübergehend genervt, sondern endgültig, tief und restlos satt. Facebook ist für mich kein Ort des Austauschs mehr, keine Plattform für Debatten, keine brauchbare Bühne für ernsthafte Inhalte. Es ist zu einer müden, lärmenden Ansammlung aus Tastaturrambos, selbsternannten Privatgelehrten und digitalen Großmäulern verkommen, die zu allem eine Meinung haben aber zu fast nichts auch nur den Hauch von Ahnung. Dort sitzen sie, geschniegelt in ihrer eigenen Einbildung, geschniegelt nicht im Äußeren, sondern im Kopf, geschniegelt mit billigem Sendungsbewusstsein, halbgarem Halbwissen und jener peinlichen Überzeugung, dass Lautstärke Kompetenz ersetzt.
Besonders unerquicklich ist diese Spezies der Facebook-Experten die morgens Virologen sind, mittags Militärexperten, nachmittags Wirtschaftsgurus und abends dann Nahost-Analysten mit Doktortitel aus der Kommentarspalte. Menschen die keinen Satz sauber prüfen, keine Quelle ehrlich lesen und keinen Zweifel an sich selbst kennen, aber dafür jede Falschmeldung mit der Inbrunst eines Dorfpredigers weiterreichen. Hauptsache dramatisch, Hauptsache empört, Hauptsache das eigene Weltbild bekommt noch eine Portion billiges Futter. Wahrheit interessiert dort viele nur dann, wenn sie bequem ist. Der Rest wird passend gebogen, wegbeleidigt oder mit einem dieser dümmlichen Grinssmileys beantwortet, hinter denen sich nichts weiter verbirgt als geistige Kapitulation.
Ich habe zu lange zugesehen wie genau diese Mischung aus Arroganz, Dummheit und geistiger Verwahrlosung jede ernsthafte Diskussion zerstört. Es geht dort nicht mehr um Inhalte, es geht um Rechthaberei, um primitive Lagerbildung, um das gierige Ausleben von Aggression aus sicherer Entfernung. Wer am lautesten pöbelt gilt als stark, wer nachdenkt wird niedergebrüllt. Wer widerspricht landet im nächsten sinnlosen Schlagabtausch mit Menschen, die weder lesen noch verstehen wollen, sondern nur das berauschende Gefühl brauchen sich selbst für klüger zu halten als sie sind.
Für mich ist damit Schluss. meine Magazinartikel werden dort nicht mehr gepostet. Nicht weil ich Angst vor Widerspruch hätte, sondern weil ich meine Energie nicht länger in diese verkommene digitale Bedürfnisanstalt kippen werde. Ich habe weder Lust noch Lebenszeit übrig, um mich von den immer gleichen Gestalten ausbremsen zu lassen die jeden ernsthaften Gedanken mit ihrem geistigen Sperrmüll zuschütten. Diese Plattformen fressen Aufmerksamkeit, vergiften den Ton und belohnen genau das, was eine kaputte Gesellschaft ohnehin schon im Übermaß produziert. Oberflächlichkeit, Geltungssucht, Desinformation und die billige Lust am Krawall.
Wer mein Magazin wirklich lesen will der darf das gerne auf direktem und anständigem Weg tun. Wer an neuen Artikeln interessiert ist kann das Magazin abonnieren und erhält eine E Mail, sobald ein neuer Beitrag erscheint. Wer mir schreiben will, kann mich jederzeit über das Kontaktformular erreichen. So einfach ist das, ohne Facebook-Zirkus, ohne Kommentarclowns und ohne den täglichen Marsch durch die digitale Irrenanstalt.
Diese Entscheidung ist keine Laune, sie ist die Konsequenz aus Enttäuschung über eine Gesellschaft die sich immer öfter lieber von Lärm, Lügen und billiger Selbstinszenierung füttern lässt, statt Verantwortung, Charakter und den Mut zur Wahrheit zu zeigen. Ich ziehe daraus meine Konsequenz, wer lesen will ist willkommen. Wer nur stören, hetzen, verdrehen und verdummen will soll sich sein Publikum woanders suchen.
