Willkommen in meiner Whiskey Lounge.
Bevor wir anfangen ist hier eine kleine dringend notwendige Sortierung. Diese Whiskey Lounge ist nichts für Menschen die Alkohol grundsätzlich für Teufelszeug halten, jedes Glas für eine medizinische Katastrophe und jeden Schluck für einen direkten Anruf bei der Leberpolizei. Wer bei dem Wort Whiskey reflexartig „Gift“, „Abhängigkeit“ oder „das macht doch krank“ murmelt ist hier falsch abgebogen. Für diese Menschen gibt es andere Orte, Selbsthilfegruppen, Enthaltsamkeitsforen, Gesundheitsportale mit erhobenem Zeigefinger oder diese seltsamen Facebook-Kommentarsektionen in denen niemand trinkt, niemand raucht, niemand Spaß hat und trotzdem alle schlecht gelaunt sind. Das hier ist ein Journal über Genuss, über Maß. Über ein Glas, nicht über drei Flaschen, nicht über Eskapaden und nicht über Selbstzerstörung. Wer damit ein Problem hat, darf jetzt gerne weiterziehen, wirklich. Ich verspreche ich komme gut ohne moralische Begleitmusik aus.
Ich habe diese Ecke in meinem Magazin nicht gebaut weil mir noch ein Thema gefehlt hat, sondern weil mir ein Ort gefehlt hat. Ein Ort für Abende die nicht noch lauter als der Alltag werden, sondern endlich wieder leiser. Für diese kleinen Minuten in denen man merkt, dass Genuss nichts mit Show zu tun hat, sondern mit Aufmerksamkeit. Genau dafür ist Whiskey für mich da.
Ich trinke ihn nicht, um Durst zu löschen und auch nicht um irgendwem etwas zu beweisen. Ich trinke ihn weil er mich jedes Mal daran erinnert, wie gut es tut langsamer zu werden. Ein guter Whiskey zwingt dich nicht, er drängt sich nicht auf. Er steht einfach da wie ein Mensch mit Charakter und wartet, ob du bereit bist ihm wirklich zuzuhören. Wenn du es bist, schenkt er dir mehr zurück als du erwartet hast. Nicht spektakulär, nicht kitschig, eher so, als würde ein Gedanke plötzlich klarer werden.
In dieser Lounge sammle ich genau solche Momente. Ich schreibe über Whiskey so wie ich ihn erlebe. Persönlich, ohne Auftritte, ohne Rankings, ohne diese laute Welt aus Etiketten nach vorn und Zahlen als Schulterklopfer. Es geht hier um Geschichten, um Handwerk, um Menschen, um Flaschen, die man nicht besitzen will sondern denen man begegnet. Manchmal ist das humorvoll, weil Whiskey auch etwas sehr Menschliches hat. Er legt die Wahrheit frei, besonders bei denen die zu schnell reden. Manchmal ist es stiller, weil manche Aromen nicht nur nach Rauch oder Apfel riechen, sondern nach Erinnerung, nach Küche, nach Winter, nach Werkstatt und nach Zeit.
Wenn du dich durch die Kapitel liest, musst du nichts können, du musst nichts wissen und du musst nicht einmal ein Kenner sein. Es reicht wenn du dieses Gefühl kennst, dass ein Abend mehr sein darf als Bildschirm und Lärm. Fang einfach unten an. Nimm dir ein Kapitel und wenn du beim Lesen plötzlich Lust bekommst dir selbst ein Glas einzuschenken, dann ist das kein Zufall, dann sind wir schon zu zweit in derselben Geschwindigkeit unterwegs.
Ich werde hier neue Kapitel hinzufügen wenn ich etwas habe, das es wert ist. Ein Whiskey, ein Erlebnis, eine Beobachtung, ein Gespräch, das hängen bleibt, nicht im Akkord, sondern mit Sinn. Schau also ruhig wieder vorbei. Die Lounge ist kein Newsfeed, sie ist eher ein fester Platz am Tisch und wenn du magst bleibt der frei.







