Chatgpt image 7. jan. 2026, 12 20 40

Drohnen über Militäranlagen – Das Protokoll einer militärischen Bankrotterklärung

Kriegstüchtig, also theoretisch.

Deutschland will kriegstüchtig werden, nicht vielleicht, nicht irgendwann, sondern jetzt. Zeitenwende, Sondervermögen, historische Verantwortung, die ganze Rhetorikpalette. Man spricht wieder vom Ernstfall, von Abschreckung, von Wehrhaftigkeit. Das Land richtet sich mental auf den großen Schlagabtausch ein und während all das feierlich verkündet wird, schwebt eine Drohne über einem der sensibelsten Militärstandorte des Landes und denkt sich vermutlich – ernsthaft jetzt?

In Brandenburg, genauer gesagt in der Annaburger Heide, steht das neue Prestigeobjekt der deutschen Sicherheitsarchitektur, das Raketenabwehrsystem Arrow 3, Hightech, Milliardenprojekt und gemeinsam mit Israel entwickelt. Es soll Raketen abfangen, bevor sie überhaupt richtig gefährlich werden. Interkontinentalraketen, Hyperschallbedrohungen, Angriffe aus dem All. Der Himmel über Deutschland wird zur High-End-Schutzzone, so zumindest die Erzählung.

Dann kommt der Praxistest, kein Angriff, keine Krise, kein Krieg, sondern drei Drohnen. Unbekannter Typ, gemütliche hundert Meter Höhe, kreisen seelenruhig über der Anlage. Kurz vor der Einweihung. Diskreter kann man Aufklärung kaum betreiben, ohne eine Visitenkarte abzuwerfen.

Die Bundeswehr bemerkt das Ganze sogar, man ist also nicht komplett blind, nur handlungsunfähig. Man schickt eine eigene Drohne hoch, filmt den Eindringling, dokumentiert brav den Kontrollverlust, anschließend greift man zum Sturmgewehr mit Spezialoptik. Das klingt nach Entschlossenheit, nach Actionfilm, nach jetzt aber wirklich und dann verfehlt man das Ziel, wieder und wieder. Die Drohne fliegt weiter, verschiebt ihre Position und verschwindet. Ende der militärischen Gegenmaßnahme.

Im internen Bericht liest sich das so nüchtern, dass es fast schon Kunst ist. Die Drohne konnte nicht bekämpft werden, Punkt. Kein Konjunktiv, keine Ausrede, kein technisches Detail. Einfach nur das Eingeständnis, dass ein Staat, der Raketen im All abfangen will, an einem fliegenden Einkaufswagen scheitert.

Danach folgt das, was Deutschland wirklich beherrscht, Verwaltung. Meldung an die Feldjäger, Information an den Militärischer Abschirmdienst und Strafanzeige bei der Polizei. Vielleicht bekommt die Drohne bald ein Aktenzeichen und eine Einladung zur Stellungnahme, möglich wäre alles.

Natürlich wird niemand beschuldigt, man will ja seriös bleiben. Man spricht von beabsichtigter Ausspähung, als hätte sich da zufällig ein Hobbyfilmer verirrt. Besonders hübsch ist dabei das Detail, dass es sich bereits um den zweiten verdächtigen Überflug handelt. Offenbar hat jemand festgestellt, dass dieser Luftraum eher ein Vorschlag als eine Grenze ist.

Während Politiker von Kriegstüchtigkeit schwärmen, beweist die Realität etwas ganz anderes. Deutschland ist nicht wehrlos, es ist wehrromantisch, stark in Worten, schwach in der Ausführung, groß im Anspruch aber klein in der Wirkung. Man plant Abwehrschirme gegen Supermächte und verliert den Kampf gegen ein Flugobjekt, das man bei Amazon vermutlich als Zubehör findet.

Das ist keine Satire, das ist der Ist-Zustand. Ein Land, das sich auf den großen Ernstfall vorbereitet und beim kleinen Test kläglich versagt. Wer darüber lacht, lacht nicht über einen Ausrutscher, sondern über ein System, das sich selbst überschätzt und gleichzeitig blind verwaltet.

Kriegstüchtig? Vielleicht irgendwann. Aktuell reicht es gerade so für einen Polizeibericht und ein Schulterzucken, die Drohne ist weg. Die Blamage bleibt und die Gewissheit, dass Abschreckung schlecht funktioniert, wenn der Gegner nicht einmal ernst genommen werden muss.

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